Kaffeekultur weltweit: China

Kaffeetasse aus China

Kaffee ist auch in China auf dem Vormarsch. Bildquelle: Karin Schumann / pixelio.de

Wenn man an die verschiedenen Kaffeekulturen denkt, denkt wohl niemand als erstes an China. Dabei gibt es im Reich der Mitte, sowie im benachbarten Vietnam, seit mehreren Jahren große Kaffeeanbaugebiete. Kein Wunder – schließlich sind die klimatischen Voraussetzungen im Südosten Chinas perfekt für die Kaffeepflanzen. Dennoch ist es überraschend, dass aus der Teetrinker-Nation China langsam aber sicher auch ein Volk von Kaffeefans wird.

Während Vietnam mittlerweile auf Platz 2 der internationalen Liste der kaffeeproduzierenden Nationen liegt, befindet sich der Kaffeeanbau in China auch weiterhin noch in der Entwicklungsphase. Mittlerweile halten erste große Kaffeehausketten Einzug in die chinesischen Großstädte, doch vor allem bei der einfachen Bevölkerung auf dem Land ist nach wie vor Tee das Heißgetränk Nummer eins.

Auf der Insel Hainan – die häufig als das Hawaii Chinas bezeichnet wird – sieht das Ganze schon anders aus. In den 50er Jahren des letzten Jahrhundert haben Kaffeebauern die braunen Bohnen aus Indonesien mitgebracht. Dadurch gilt die Insel als einer der Entstehungsorte der chinesischen Kaffee-Kultur. Viele Bewohner Hainans trinken morgens einen Kaffee, egal, ob zu Hause oder im Kaffeehaus. Hainan gilt als der erste Ort in der Volksrepublik, an dem Kaffee Teil des alltäglichen Lebens geworden ist.

In den Großstädten ziehen vor allem die Jugendlichen nach: Sie gehen gerne ins Kaffeehaus und mittlerweile sind nicht nur Touristen in den Filialen der amerikanischen Kaffeehausketten zu finden. Kaffeetrinken liegt in China im Trend, immer mehr Familien besitzen eine Kaffeemaschine und häufig wird auch Kaffee als Geschenk für Freunde oder Verwandte mitgebracht.

Auf Hainan findet auch jährlich das „Fest der Freude“ statt. Vor zwei Jahren stand dabei die Provinz „Chengmai“ im Mittelpunkt. In Chengmai wurde vor mehr als 70 Jahren die Kaffeeproduktion als eine Art Pilotprojekt eingeführt. Seit dem hat die Provinz eine regelrechte Kaffeekultur entwickelt, die auch immer wieder Touristen anzieht. Wer übrigens vor hat, sich einmal selber von diesem Kaffeekult und den anderen beeindruckenden Sehenswürdigkeiten des Reichs der Mitte zu überzeugen, der sollte in jedem Fall rechtzeitig sein Visum für China beantragen. Schließlich sind die Einreisebestimmung in der Volkrepublik streng geregelt. Wer keine Zeit hat, sich selber um das Visum zu kümmern und zur chinesischen Botschaft nach Berlin zu reisen, der kann auch einen Dienstleister mit dieser Aufgabe betrauen. Egal, welchen Weg man wählt, eine Reise nach China lohnt sich in jedem Fall.

Bei einer Chinareise dürfen natürlich die Chinesische Mauer und die Hauptstadt Peking nicht fehlen, doch wer mehr über die Kaffeekultur wissen will, der sollte sich die Kleinstadt Fushan auf Hainan ansehen. Direkt am Ortseingang befindet sich eines Statue des Mannes, der 1935 die Kaffeeproduktion auf der Insel eingeführt hat: Chen Xianzhang. Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 23 °C und mehr als 1900 Sonnenstunden im Jahr sind die Voraussetzungen für den Kaffeeanbau natürlich perfekt. Zwischenzeitlich war der Kaffee so gefragt, dass er teurer war als Schweinefleisch.  Beim „Fest der Freude“ konnten sich viele Besucher von der Kaffeekultur der Gegend überzeugen und natürlich auch den dort angebauten Kaffee selbst kosten.

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